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Michael Brynntrup's
sinnige Sentenzen | sententious senses

Tagebuchzitate | quotations from the diary

Interview deutsch | interview german

Interview englisch | interview english



x sinnige Sentenzen | sententious senses

Die (digitale) Unendlichkeit in der Film/Video-Installation PLÖTZLICH UNDENDLICH
[ Ich versuche im Folgenden, die komplizierte Erzähl-Struktur des installativen Films zu beschreiben ]:

Wenn auf einer chronologisch-linearen Zeitachse, die jeder 'normale' Film besitzt, an verschiedenen Stellen die gleichen Erzähl-Situationen auftauchen (wie die Déjà-vus in meinem besonderen Film), dann ist es leicht vorstellbar, dass die kontinuierliche Erzählung von einer dieser Situationen zu einer anderen (der gleichen Situation, nur an einer anderen Stelle auf der Zeitachse) 'springen' kann. Es ist ebenso einfach vorstellbar, dass die Erzählung dann trotzdem (chrono-)logisch weitergeht, ohne dass ein Bruch (oder Zeit-Sprung) erkennbar wird. Der Zuschauer hat also weiterhin das Gefühl, einer chronologisch-linearen Filmhandlung zu folgen.

Auf der Zeitachse des Films »Plötzlich und Unerwartet - eine Déjà Revue« befinden sich mehrere solcher Déjà-vu-Situationen. Die Sprünge zwischen diesen, sich jeweils gleichenden Situationen können also (bezogen auf die Zeitachse) nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts erfolgen. Somit kann der Film in 'Zeitschleifen' unendlich laufen, und trotzdem kann der Film die Chronologie der Ereignisse beibehalten.

Auf der Zeitachse des Films befinden sich nicht nur mehrere, in sich gleiche Déjà-vu-Situationen, sondern darüberhinaus auch mehrere, verschiedene Déjà-vu-Situationen. Eine Déjà-vu-Situation ist z.B. die Situation eines Unfalls; dieser Unfall taucht auf der Zeitachse (und aus verschiedenen Perspektiven) drei Mal auf: es gibt also drei Mal das Déjà-vu 'Unfall'. Neben dieser Déjà-vu-Situation des Unfalls gibt es aber auch noch andere Situationen in dem Film (z.B. die Ohnmacht der Mutter), die als Déjà-vu mehrfach auftauchen. – Diese je verschiedenen Déjà-vu-Situationen sind auf der Zeitachse so verteilt, dass beim Abspiel des Films eine größtmögliche Variation der verschiedenen Zeitschleifen entsteht, bzw. der Film sozusagen 'unendlich, aber immer wieder anders' abläuft.

(Michael Brynntrup, im November 2007)



x Tagebuchzitate | quotations from the diary

Das Leben ist eine tödliche Krankheit, die auf sexuellem Wege übertragen wird. (Klospruch)
{TB1415.Tabu05, 15.12.89}

Neulich bei dem Versuch zu erkären, wie »Plötzlich und unerwartet« als Kreislauf funktionieren soll, ist mir ein schönes Bild gekommen: wie ein Anagramm, das man vorwärts + rückwärts / von vorne und von hinten lesen kann. (Sarg - gras). Den Film sehe ich ja eher experimentell-bildnerisch, d.h. gemäldeartig-flächig (z.B. die Todesbilder in den historischen Fragmenten); mit der Kreislaufgeschichte versuche ich jetzt auch 'in der Zeit' flächig zu werden (etwas ähnlich dem »Narziß und Echo«-Film, der ja auch 'spiegelverkehrt' angelegt ist). (...) übrigens heute Abend eine Art Hochgefühl: richtig glücklich, mich in einer Arbeitsphase zu erleben. (heute übrigens auch wieder über einen Friedhof marschiert - Südstern, und morgen gucke ich mir den Großgörschen nochmal an).
{TB1608.Tabu05, 11.12.91}

»PLÖTZLICH UND UNERWARTET - eine Déjà-Revue« und kein Überraschungsfilm.
(Informationsblatt zum Film, 1993ff)

Der Tod als Grenze ist eine Ermunterung den Spielraum auszuspielen.
{TB2110.Tabu07, 12.08.95}



x Interview deutsch | interview german

SU:
Ist der Totenkopf auch ein Symbol für dich?
MB:
Ein Symbol als Nicht-Symbol. Ein Symbol ist immer etwas ganz konkretes, ein rotes Kreuz zum Beispiel. Der Totenkopf steht z.B. für Gift, aber Hilfe! (...) Ich benutze den Totenkopf ja nicht mit einer eindeutigen Aussage, ich gebrauche ihn mehr als Stimmungsanreiz, ich spiele damit. Er hat eben die schöne Doppeldeutigkeit von total ernst und garnicht ernstzunehmend. Da wird auf jeden Fall eine Emotion angesprochen, aber auch ein Rationalismus im gleichen Motiv.
(Interview mit Michael Brynntrup, von Steff Ulbrich, translated and printed in: BERLIN - Images in Progress, Contemporary Berlin Filmmaking, Edited by Jürgen Brüning and Andreas Wildfang, Hallwalls / Buffalo, 1989)



x Interview englisch | interview english

SU:
Is the skull also a symhol for you?
MB:
It's a symbol as a non-symbol. A symbol is always something very concrete, like the Red Cross. A skull, for example, can mean poison, but wait! (...) I don't use the skull to make a precise statement, I use it to evoke an atmosphere, I play with it. It has this nice ambiguity ranging from dead-serious to not being serious at all. In any case it touches an emotion, but rationalism is also part of the motifs.
(Interview with Michael Brynntrup, by Steff Ulbrich, printed in: BERLIN - Images in Progress, Contemporary Berlin Filmmaking, Edited by Jürgen Brüning and Andreas Wildfang, Hallwalls / Buffalo, 1989)

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MB's PHILM SAMMELSURIUM | MB's Philm Skits, Sketches And Conceits
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