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Pressestimmen | reviews and articles

monografischer Artikel | monographic review
Anne-Kathrin Auel, "Plötzlich und unerwartet - Interaktives Computerspiel", bestattungskultur, Jahrgang 59, Heft 8, August 2007


arsenal experimental: Back and Forth – Einmalig undendlich
Die Forum-expanded-Frage, wie sich Künstler und Filmemacher in der Avantgarde- und Undergroundfilmgeschichte positionieren, setzen wir fort. Nicht immer ist es die Geschichte der anderen, es kann auch die eigene künstlerische Arbeit sein, für die neue Wahrnehmungsstrukturen geschaffen werden. Film wird als historisches Dokument Gegenstand einer zeitgenössischen künstlerischen Praxis – bei Michael Brynntrup, der bereits in den frühen 80er Jahren mit Super8 begann und dessen Gesamtwerk einen zentralen Platz in der Geschichte des schwulen Experimentalfilms einnimmt, entsteht daraus eine ganz eigene Art der Autobiografieschreibung.
Durch mediale Inszenierungen bildet er nicht chronologisch entstandene, sondern parallel existierende Werkgruppen. So entstehen neue Filme, Fotoausstellungen, Performances, Installationen. Entscheidend ist, dass die Filme nicht multimedial verwertet, sondern fragmentiert, neu gedacht, wieder zusammengesetzt oder geloopt werden.
Michael Brynntrup präsentiert: (...) PLÖTZLICH UND UNERWARTET in seinen verschiedenen medialen Umsetzungen: Der 16mm-Film PLÖTZLICH UND UNERWARTET – eine Déjà-Revue (1993); ein Ausblick auf die interaktive Online-Version PLÖTZLICH UND UNERWARTET – ein Mitspielfilm (2008); und als Vernissage in der Black Box PLÖTZLICH UNDENDLICH (2008). (20.3., in der Black Box bis 27.3.)
(Programmtext Kino Arsenal, http://www.fdk-berlin.de/de/arsenal/..., März 2008)


Brynntrup einmalig
Seit 25 Jahren hinterfragt Michael Brynntrup mit zahlreichen Filmen nicht weniger als das Filmemachen selbst. Offensiv stellt er sich dabei den technischen Veränderungen, spiegelt die eigenen Arbeiten aus aktueller medialer Perspektive und klopft sie auf ihre Tauglichkeit ab. Ob auf Super-8, 16mm oder Video, mit CD-Roms, Internetportalen oder Installationen – stets positioniert er sein Ego ins Zentrum dieser Untersuchungen. Bei aller manischen Selbstbeschäftigung beschreibt er dieses Ego aber auch als verletzliches und fragwürdiges Konstrukt.
Michael Brynntrup, der in der berühmten Filmklasse von Birgit und Wilhelm Hein an der Braunschweiger Kunsthochschule studierte und dort inzwischen selbst als Professor lehrt, arbeitet zyklisch: Seine Werkgruppen entstehen nicht chronologisch in abgeschlossenen Phasen, sondern wachsen simultan in verschiedenen Segmenten. So besteht seine jüngste, im Arsenal präsentierte Arbeit aus einem Ausstellungsteil ("Plötzlich undendlich") sowie aus einem Programm mit Kurzfilmen, die bis in die frühen 90er Jahre zurückreichen ("Einmalig undendlich").
(tip Berlin, Nr.07-08, März/April 2008 - Claus Löser)

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